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Titel: The clock ticks on

Autor: MunisTal (meine Wenigkeit)

Archive: Fanfiktion.de, Autorenwelt.de, alle anderen bitte vorher fragen

Altersempfehlung: ab 12

Warnungen: nope

Fandom: Star Wars

Charaktere: Obi-Wan Kenobi, Anakin Skywalker/Darth Vader

Pairings: eigentlich net, nö

Notiz: eine meiner ersten vollständigen SW-FFs, mit der ich nebenbei auch ganz zufrieden bin.

Disclaimer: Star Wars gehört George Lucas, genauso wir alle Charaktere und Schauplätze und ich verdiene kein Geld mit der Story.

Feeback: erwünscht!! entweder per Mail oder Kommentar auf fanfiktion.de

Inhalt: Eine kleiner (unrealistische) Szene nach Episode 3, ein Gespräch zwischen Meister und gefallenem Schüler...

 

 

 

Padmés letzte Worte kamen ihm wieder und wieder in den Sinn. Und auch wenn Obi-Wan Kenobi es gerne glauben wollte, er konnte es einfach nicht. Mehr Mensch als Maschine war Anakin Skywalker nicht mehr der Junge, den der Jedi-Meister einst ausgebildet hatte. Nein, aus diesem überaus talentierten, mitfühlenden und loyalen Menschen war ein Sith-Lord geworden!

Es ist noch Gutes in ihm!

Wo, Padmé? Wo?, fragte Obi-wan sich immer und immer wieder und erwartete keine Antwort. Er besann sich wieder auf das hier und jetzt. Obwohl Vader ihm Schutz versprochen hatte, konnte Obi-Wan sich sicherlich nicht auf das Wort eines Sith verlassen und er wollte es auch gar nicht.



Darth Vader stand ruhig an der gegenüberliegenden Wand. Für den früheren Jedi waren die mechanischen Glieder noch immer gewöhnungbedürftig; er hätte alle Schmerzen der Behandlungen noch tausend mal auf sich genommen, nur um seinen lebendigen Körper wieder zu erlangen. Und nun stand er demjenigen gegenüber, dem er diese Qualen zu verdanken hatte und Zorn erfasste ihn. Vader musste sich wiederwillig auf die alten Jedi Meditationtechniken besinnen, um nicht unkontrolliert seiner Wut nachzugehen und seinen früheren Meister einfach zu vernichten. Welch eine Genugtuung wäre es gewesen! Den Mann zu töten, der versucht hatte ihm seine geliebte Frau Padmé wegzunehmen.

Oh, Padmé! Es tut mir so leid!



So standen sich die beiden Männer also gegenüber auf neutralem Boden zu einer letzten klärenden Unterhaltung. Beide waren misstrauisch, keiner wusste was er zu erwarten hatte. Trotzdem blieben die ehemaligen besten Freunde wo sie waren und blickten sich gegenseitig starr in die Augen.

Obi-Wan Kenobi versuchte seine Gefühle vor seinem Gegenüber zu verbergen, so schwer dies auch war im Angesicht der dramatischen Veränderung die dieser durchgemacht hatte. Hätte er Anakin auf Mustafar getötet, wäre dann alles anders gekommen? Der Jedi wusste, dass er nicht über das wenn und falls nachdenken sollte. Aber machte das jetzt überhaupt noch einen Unterschied?

"Es freut mich, dass Ihr meiner Einladung gefolgt seid, Obi-Wan!", erklang Vaders mechanische Stimme hinter der schwarzen Maske. Sein rasselnder, gleichmäßiger Atem war das einzige Geräusch, das die ruhige Abendluft erfüllte.

"Was willst du, Anakin?", fragte Obi-Wan und gebrauchte absichtlich diesen Namen in der verzweifelten Hoffnung Padmés letzte Worte bestätigt zu sehen. Aber konnte jemand, der solch viele Menschenleben auf dem Gewissen hatte, das Leben hunderter Kinder, überhaupt noch einen Funken Gutes in sich haben? Obi-Wan bezweifelte es.

"Nennt mich nicht so." Die Stimme des Sith-Lords war ruhig. "Ich spüre große Furcht in Euch, mein alter Meister. Vor mir?" Er lachte leise. Darth Vader erschrak selbst vor diesem Lachen, denn es hatte nichts mehr von dem lebendigen Lachen seines früheren Selbst. Dieses schwachen Selbst!, erinnerte er sich und brachte den Drachen der Angst unter dem Absatz seiner imaginären Stiefel ein weiteres Mal zum Schweigen. "Traut Ihr mir etwa nicht?"

Der Sith schritt langsam durch den Saal. Der schwarze, schwere Mantel bedeckte das Lichtschwert an seiner Hüfte, das bei jedem Schritt mitschwang. Sein Gang, seine Haltung, alles erinnerte an den stolzen, ein wenig arroganten, aber liebenswürdigen und loyalen Jedi-Ritter, der er einst gewesen war.

"Ich kam in der Hoffnung, Padmés letzte Worte bestätigen zu können", antwortete Obi-Wan mit sanfter Stimme und ignorierte Anakins Bemerkungen. "dass noch Gutes in dir wäre."

"Wagt es nicht ihren Namen auch nur zu denken!", zischte Lord Vader wütend. Es war so viel einfacher, die Wahrheit nicht an sich heranzulassen, das hatte er in den letzten Wochen gelernt. Es hätte perfekt werden können, er und Padmé als Herrscher über die Galaxis! Verächtlich wischte er diese Gedanken beiseite. Lord Sidious lehrte, dass Trauer und Bedauern Schwäche gleich kamen. Lord Vader war nicht schwach, oh nein! "Wärt Ihr nicht gewesen, wäre sie heute noch am Leben! Mit Eurem jämmerlichen Versuch mich aufzuhalten, habt Ihr ihr das Leben genommen!"

Vader spürte, dass er langsam aber sicher die Kontrolle verlor. Er hätte vorhersehen müssen, dass sein früherer Meister auf dieses Thema zu sprechen kam, dass er versuchen würde ihn zu "retten".

"Du verdrehst wieder einmal die Wahrheit, Anakin!", fuhr Obi-Wan auf und musste sich stark konzentrieren um seine Ruhe wieder zu erlangen. "Du selbst bist für ihren Tod verantwortlich. Außerdem bist du wohl der letzte, der hier von jämmerlich reden dürfte, oder etwa nicht? Deine Arroganz hat dir schon immer im Weg gestanden und nun hätte sie dir beinahe das Leben gekostet. Wie konntest du nur, Anakin? Du warst der Auserwählte! Du hättest den Krieg beenden können, stattdessen hast du mit geholfen einen neuen zu beginnen!"

"Dieser Krieg war schon verloren, als er noch nicht einmal begonnen hatte!", unterbrach ihn Lord Vader aufgebracht. "Der Imperator ist der mächtigste Mann der Galaxis! Wer sich ihm oder mir in den Weg stellt, wird unweigerlich fallen. Der Imperator wird der Galaxis den Frieden bringen und das für immer, sobald diese ganzen dummen Geschöpfe es akzeptieren, dass sie sich selbst gegen den Frieden wenden."

Obi-Wan Kenobi war für einen kurzen Moment sprachlos. Wie konnte ein einziger Mann nur so dumm und naiv sein?, fragte er sich kopfschüttelnd. "Du redest von Frieden, aber das war Palpatine der Galaxis bringt ist kein Frieden, sondern eine Diktatur. Viele werden sterben, ohne dass irgendjemand es jemals erfährt und noch mehr werden gefoltert und gequält werden, wenn dieser Wahnsinn nicht sofort ein Ende findet! Dies hier hat nichts mit Frieden zu tun, sondern vielmehr mit Unterdrückung."

"Solange es funktioniert. . .", sagte Vader leise, verschränkte die Droiden-Arme vor der Brust und begann wieder im Raum auf und ab zu gehen. Mittlerweile bereute er dieses Treffen mit seinem alten Mentor schon fast. Doch die Vergangenheit sollte auch vergangen bleiben. Was geschehen war, war geschehen und ließ sich nicht mehr ändern. Wollte er überhaupt etwas ändern? Hätte er Mace Windu nicht getötet, wäre Padmé dann noch am Leben?

"Aber das wird es nicht, Anakin!", rief Obi-Wan aufgebracht und gab seine gefasste Haltung endgültig auf. "Wie stellst du dir das eigentlich vor? Das hier ist kein Spiel! Es ist bitterer Ernst und es kostet Leben!"

Vader lachte leise. "Ihr spürt den Zorn, nicht wahr?" Seine Stimme nahm einen triumphierenden Ton an. "Ist es nicht befreiend, Wut und Hass freie Bahn zu lassen und einmal die Regeln zu vergessen?"

Der Jedi-Meister atmete tief durch. Obwohl er es nicht gerne zugab, hatte der Sith recht und das machte ihn umso wütender. Reiß dich zusammen, Obi-Wan!, schalt er sich selbst und gewann langsam die Kontrolle zurück. Wie hatte er sich nur hierauf einlassen können?

"Ich frage dich noch einmal, Anakin, was willst du?", fragte Obi-Wan wieder, die Stimme voller unterdrückter Wut.
Der schwarze, glänzende Helm senkte sich für Sekunden, die sich auf Minuten zu dehnen schienen. Vader dachte nach, versank in Gedanken wieder in der Vergangeheit, erinnerte sich an den Moment, als er sich für dieses Treffen entschieden hatte. "Ich wollte dich noch ein letztes Mal sehen. Es ist. . . alles nicht so gekommen wie es hätte kommen sollen." Er hob die Hand, hielt dann aber mitten in der Bewegung inne, als ob er gerade erst bemerkte, dass er nicht mehr er selbst war, sein Körper nur noch ein Überbleibsel dessen, was er früher einmal gewesen war. "Wir könnten. . ."

"Es gibt kein Wir mehr!", unterbrach Obi-Wan seinen ehemaligen Padawan. "Wie stellst du dir das vor? Du hast alles zerstört wofür wir beide und der Orden einmal gekämpft haben! Ich kann es einfach nicht glauben!"
"Dir wird nichts anderes übrig bleiben." Die Stimme, die aus dem Vokabulator drang, war so leise, dass sie kaum zu vernehmen war. Er schloss die Linke zu einer Faust und das Leder seines Handschuhs knirschte leise. Mit unvorhergesehener Wucht erfassten ihn unerträgliche Schmerzen, dort wo früher einmal seine Arme und Beine gewesen waren. Kaum merklich krümmte sich die hochgewachsene Gestalt des Sith-Lords unter den Phantomschmerzen zusammen. Wäre es ihm möglich gewesen hätte er wohl schneller geatmet. Manchmal wünschte er sich nur noch, einfach die Luft anhalten zu können. Doch die Maschine, die nun seinen Körper am Leben hielt war unerbittlich.

Einen kurzen Moment sah er Padmé vor seinem inneren Auge, roch ihr Haar und schmeckte die Süße ihrer Küsse. Allein der Gedanke an sie war tröstlich und gab ihm die Kraft, weiter zu machen an diesem schrecklichen Tag auf den ein weiterer noch schrecklicherer Tag folgen würde. Würde er überhaupt einmal einen natürlichen Tod sterben? Noch ein einziges Mal die Gnade natürlicher Träume erfahren?

"Es hätte nicht so enden müssen, Anakin!", durchbrach Obi-Wan die tröstliche Stille seiner Gedanken. "Es war allein deine Entscheidung." Seine Stimme war von Schrecken erfüllt, die er nicht verbergen konnte. Der Gedanke, dass dieses Etwas einmal sein bester Freund, sein Schüler und Bruder gewesen war, erschütterte den Jedi-Meister, mehr als er es ertragen konnte. Wieder wünschte er sich dem Ganzen damals auf Mustafar ein Ende gesetzt zu haben. Jedi waren gestorben, würden noch sterben, weil er versagt hatte; weil er die wichtigste Regel der Jedi missachtet hatte: Niemals zu lieben.

"So sei es nun. Ich gab dir mein Wort." Lord Vader straffte sich, schluckte die Angst und die Trauer, die in ihm heraufkrochen herunter und blickte seinem alten Meister gerade in die Augen. "Besser du verlässt diesen Ort auf dem schnellsten Weg. Verstecke dich wo immer es dir am sichersten erscheint. Sei dir sicher, dass eines Tages auch der letzte der Jedi sterben wird. . . durch meine Hand!"



Diese letzten Worte verursachten Gänsehaut bei dem Jedi-Meister. Es war soviel Kälte und Hass in dieser Stimme. Hätte ihm vor zehn Jahren jemand gesagt, was aus seinem Schüler werden würde, hätte er denjenigen wahrscheinlich ausgelacht. Das hier war nicht mehr Anakin. Er war nicht mehr der Auserwählte und auch nicht Padmé Amidalas Ehemann. . .

Was habe ich nur getan, Meister?Hätte ich Euch nur niemals dieses Versprechen gegeben, Qui-Gon!



Darth Vader, Lord der Sith, fühlte nichts.

Die Maschine in seiner Brust atmete; sie zwang sein Herz zum schlagen; sie zwang ihn zum Leben. Doch es bedeutete nichts, denn er hatte die Macht, er beherrschte sie. Er beherrschte sogar Lord Sidious, den Imperator. Nur eine Sache beherrschte er noch nicht: das Leben.

Was habt Ihr nur getan, mein Meister? Hättet Ihr mir doch niemals ein Versprechen gegeben, dass Ihr nicht hieltet, Lord Sidious!




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