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Das Durcheinander aus der Umkleide war vergessen sobald wir die Bühne betraten. Das Licht, das mir in die Augen schien war im ersten Moment so grell, dass ich nicht einmal die erste Reihe der Zuschauer erkennen konnte. Die Schreie der Leute erreichten zwar meine Ohren, aber nicht mein Bewusstsein, als ich mit zitternden Händen nach dem Mikro griff. Es war unwirklich. So unwirklich, dass ich mich für einen Moment sogar fragte, was ich hier überhaupt tat. Doch dafür war keine Zeit, keine Zeit für Zweifel, für klare Gedanken.

Obwohl die Luft heiß und stickig war, aufgewärmt von der Menge, fror ich. Hier oben fühlte ich mich plötzlich einsamer als je zuvor. Nur Meter entfernt standen Kaoru, Toshiya und Die, bereits in ihr Gitarrenspiel vertieft und Shinya saß, wie immer in seine eigene Welt versunken, hinter den Drums, doch mir kam es vor, als wären sie Lichjahre entfernt. Manchmal waren sie das auch, nicht räumlich, aber sie kannten den Kyo hinter der Maske nicht. Keiner kannte ihn.


uchiakerarenai dare mo shinjirarenai dare mo kare mo
hora subete mienai sashikonda hikari ga kiete ima ni mo kareru
uchiakerarenai koto wa watashi no yowasa watashi no kako
eru mono mo aru keredo kitto te ni nigiru yasashisa ga kiete yuku to...“


Dies war mehr als ein Lied, mehr als eine einfache Abfolge von Noten, Akkorden und Worten. Aber keiner erkannte es, keiner würde es jemals wissen, denn die Maske trennte mich für immer von ihnen. Ich funktionierte, hatte es schon vor Jahren gelernt, damit keiner Fragen stellte und keiner mich in Frage stellte.

Mit jedem Wort merkte ich mehr und mehr wie mir die Stimme versagte.


...kokoro ga tozashite ima ni mo kowarete yuku
namida wo koroshite warau hibi yo
kokoro ga shimeshita shinjiru imi no nasa wo
watashi wo koroshita gizen hito yo...“


Die Musik wurde lauter. Shinyas gleichmäßiges Spiel wirkte beinahe hypnotisch. Die Bilder verschwammen vor meinen Augen, ob der Tränen wegen, die sich unbemerkt ihren Weg über meine Wangen bahnten, oder weil ich vergessen hatte zu blinzeln, wusste ich nicht. Es machte keinen Unterschied.

Ich hörte nichts mehr außer dem gleichmäßigen Snaredrums, sie waren beruhigend. Danke, Shin-chan... Beinahe hätte ich es laut gesagt, mit dem Mikro nur Zentimeter von den Lippen entfernt. Doch auch das interessierte mich herzlich wenig. Selbst das Publikum, dessen Schreie ich nicht mehr vernahm – oder waren sie verstummt? – stand wie hinter einer milchigen Glasscheibe. Unberührbar. Oder war ich es der unberührbar war?


...eru mono mo aru keredo kitto te ni nigiru yasashisa ga
arifureta kotae wa ikiru koto hakushi ni modoshite umarekawaru...“


Mir schwanden die Sinne, gleichzeitig war ich hellwach. Wach genug um aus den Augenwinkeln zu erkennen wie Kaoru seine akustische Gitarre gegen die Elektrische tauschte. Also waren wir beim Solo angelangt. Nicht mehr lange und ich würde wieder klar denken können müssen. Und die Stimme unter Kontrolle haben, die Maske wieder fest verschließen, damit nichts hindurchkam.

Keine Tränen nach außen und keine Gefühle nach innen.

Der Schlüssel hieß Schmerz.


...kokoro ga tozashite ima ni mo kuzureochiru
namida wo koroshite sakebu hibi yo
kokoro ga nokoshita shinjiru imi no tsuyosa
watashi wo koroshita watashi kokoro...“


Als der Schlüssel die Glasscheibe zerspringen ließ und meine getrübten Sinne wieder klar werden ließ, konnte ich ein leichtes Lächeln nicht zurückhalten.

Wie schön doch die Maske zurück zu haben.

Wie schön nicht mehr zu frieren.

Und alles was es brauchte waren ein paar rote Tränen.

 

 

(Lyrics by Dir en grey; Disclaimer: mir gehören weder der Text des Lieds noch die auftretenden Personen, die gehören sich nämlich selber.)

Hier der dazugehörtige Song:

 

 




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