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Geschichte/Quotes usw

Drowning

Fandom: Dir en grey

Drabble

 

 

Den Blick raubtierhaft über die Menge schweifen lassend, versank Kaoru im Augenblick. Er liebte diesen Moment am Anfang jedes Konzertes, wenn die Spannung langsam ihren Höhepunkt erreichte, das Adrenalin durch seinen Körper schoss und die Schreie und Jubelrufe des Publikums die Musik beinahe übertönte. Triumphierend streckte er die Arme in die Höhe, stachelte damit die Aufregung der Fans nur noch mehr an.

Er stahl sich noch einige Sekunden um im Tosen zu baden, zwang sich dann jedoch zurück auf seinen Platz zu gehen um Kyo das Feld zu überlassen. Denn er wusste: Würde er diesen Moment dort vorne zu lange genießen, würde er untergehen und langsam aber sicher ertrinken...

Den Blick raubtierhaft über die Menge schweifen lassend, versank Kaoru im Augenblick. Er liebte diesen Moment am Anfang jedes Konzertes, wenn die Spannung langsam ihren Höhepunkt erreichte, das Adrenalin durch seinen Körper schoss und die Schreie und Jubelrufe des Publikums die Musik beinahe übertönte. Triumphierend streckte er die Arme in die Höhe, stachelte damit die Aufregung der Fans nur noch mehr an.

Er stahl sich noch einige Sekunden um im Tosen zu baden, zwang sich dann jedoch zurück auf seinen Platz zu gehen um Kyo das Feld zu überlassen. Denn er wusste: Würde er diesen Moment dort vorne zu lange genießen, würde er untergehen und langsam aber sicher ertrinken...

 

22.1.08 17:30


Frage

Frage



Plötzlich fragt sie mich. Die Frage auf die ich lange, doch unbewusst gewartet habe. Nicht wörtlich, doch mit dem selben Sinn. Ich spüre, wie meine Hände beginnen zu zittern und meine Gedanken sich überschlagen, meine Knie weich werden und sich meine Lippen zu einem ungewollten Lächeln verziehen. Die Worte wollen sich nicht auf meiner Zunge formen und die Sekunden scheinen zu Stunden zu werden, als ich so da stehe, unfähig etwas zu sagen oder mich zu bewegen.

Ich denke, wenn ich versuchte mich zu bewegen, würde ich fallen. Und der Boden könnte auf mich zukommen so lange wie Zeit und Raum bestehen und ich würde ihn niemals erreichen. Denn ich bin nicht mehr ich selbst, werde es niemals wieder sein nach diesem Abend, oder zumindest fühlt es sich so an. Erinnerungen an unseren bewegungslosen Tanz so viele Wochen zuvor holen mich wieder ein, wie eine Flutwelle brechen sie über mich herein. Doch sie kommen mir vor wie die Erinnerung an Fremde, denn unsere Beziehung hat sich seitdem verändert.

Wir sind keine bloßen Freunde mehr. Ihr Körper, der mir damals noch wie ein Traum vorgekommen war, ist jetzt in greifbarer Nähe. Wenn ich nur fähig wäre ihrer Frage, und der in ihr enthaltenen Auffoderung nachzukommen, doch immernoch plagen mich die Ängste sie zu verlieren. Durch eine falsche Geste, ein falsches Wort. Zu verletzlich ist unsere Verbindung noch.

Plötzlich weist sie mich zurück. Ihre Worte zerreißen mich innerlich, auch wenn ich es nicht zeigen darf. Ich will nicht, dass sie mich für einen liebeskranken Idioten hält, doch mir ist bewusst, dass ich genau das bin. Tränen formen sich in meinen Augen, die ich nicht mehr versuche zurück zu halten, da ich weiß, dass es unmöglich ist.

Ich greife mit schweißnassen Händen nach den ihren, kann beinahe ihre Haut auf der meinen fühlen, als mir klar wird, dass sie für mich nach wie vor unerreichbar ist. Nichts scheint mehr real, mein Blick trübt sich. Und wieder wünsche ich mir, wie schon so viele Male zuvor, dass unsere Liebe möglich wäre und keiner uns ansehen würde, wenn wir gemeinsam durch die Straßen gingen, Hand in Hand, ein frisch verliebtes Paar.

Doch es wird niemals so sein, obwohl sie mir Hoffnungen macht. Es änderte sich vielleicht eines Tages, dass ihre Gefühle anders wären. Sie sagt, sie genieße meine bloße Anwesenheit und erinnert mich an den Tag, an dem wir stumm nebeneinander lagen, verbunden durch beinahe willkürliche Berührungen, die mir jetzt wie ein Segen vorkommen. Doch ihre Worte klingen hohl, weil ich weiß, dass keine Wahrheit darin liegt. Sie meint, sie habe keine Zeit für eine Beziehung, könne im Moment niemandem etwas geben.

Ich weiß, dass sie Angst hat. Ich sehe es in ihren Augen, jedes Mal wenn wir uns treffen, in ihrem Verhalten, ihren wohl gewählten Gesten.

Alles verliert an Bedeutung in den wenigen Augenblicken, als Worte gewechselt und Blicke ausgetauscht werden, die von Liebe und Sehnsucht sprechen. Irgendwann ist alles fort und ich bin alleine, sehe vor meinen Augen nur noch ihre Gestalt, wie sie auf ewig meinem Leben entschwindet.

Jeden Tag an dem wir uns wiedersehen machen wir uns vor, dass sich nichts verändert hätte. Wir machen weiter wie vorher, treffen uns, tauschen kleine Nachrichten voll liebkosender Worte aus, die jedoch kaum Trost bergen. Wieder und wieder meine ich ihre Frage zu hören und denke daran, was wohl geschehen wäre, hätte ich in jenem Moment anders gehandelt.

28.2.07 19:43


Tanz

Tanz



Wieder stehe ich hier zwischen all den Menschen. Leute die ich seit meiner Kindheit kenne ebenso wie Gesichter die mir unbekannt sind, doch das ändert nichts an dem Gefühl der Verlorenheit in meinem Innern. Die Musik dröhnt mir in den Ohren und obwohl ich direkt neben den Boxen stehe höre ich ihre Klänge nicht. Der Boden vibriert unter dem harten Bass und lässt meine Zähne klappern. Pärchen stehen auf der Tanzfläche, eng umschlungen, tanzen als gäbe es keinen Morgen. Sie sehen sich mit verliebten Blicken an, flüstern sich Worte zu, die nicht für fremde Ohren bestimmt sind. Sie sagen Dinge wie „Ich liebe dich“.

Mich zerreißt es innerlich, doch nach außen zeige ich es nicht, darf es nicht zeigen, will so sein wie alle anderen. Ein Lufthauch an meinem nackten Arm lässt mich herumfahren und mein Herz für einen Moment still stehen, als ich den Menschen sehe, der mir all diese Schmerzen bereitet. Ihr langes, sedig-glattes Haar schmiegt sich um ihren Kopf, ihre Schultern und macht ihr strahlendes Lächeln noch viel unwiderstehlicher. Der Cocktail den sie mir reicht, schmeckt nur halb so süß wie der Anblick ihres Körpers, der, gehüllt in ein schwarzes Abendkleid, zum Takt der Musik hin und her wiegt. Als ich das Glas entgegen nehme berühren sich unsere Hände; die Berührung schickt Schauer des Entzückens über meinen Rücken, lässt die Nackenhärchen sich aufstellen.

Mehr denn je sehne ich mich danach sie in die Arme zu schließen, mit ihr wie all die anderen Pärchen dem Rhythmus der Musik zu verfallen und mich ganz nah an sie zu schmiegen. Fast spüre ich ihren Atem in meinem Nacken, wie sie mir Worte der Liebe und des Verlangens ins Ohr flüstert.

Beschämt senke ich den Blick, hoffe dass sie meine Lust und mein Verlangen nicht bemerkt hat und nehme einen Schluck des bittersüßen Getränks.

Ist es das was man Liebe, Sehnsucht nennt?

Wenn ja, dann nehmt es von mir, lasst mich nicht mehr fühlen, nicht mehr lieben und sehnen! Wenn es so sehr schmerzt will ich es vergessen, mich niederlegen und schlafen für immer.

In Gedanken versunken merke ich kaum, wie ihr Blick über mich wandert, jede einzige Regung meines Gesichts aufzusaugen scheint. Bilde ich es mir nur ein, oder zittert auch sie ein wenig? Sicherlich ist es nur die Kälte. Zwischen all den aufgeheizten Körpern ist die Luft doch recht frisch, bestimmt ist irgendwo ein Fenster geöffnet!

Wieder trinke ich und versuche meine Gedanken zu ordnen. Doch wenn sie so vor mir steht, nur wenige Zentimeter entfernt, ist das garnicht einfach. Immer wieder streift mein Blick über ihre runden Brüste und ihre vollkommenen Hüften, und ich stelle mir vor wie sie wohl aussehen mögen so ganz ohne den seidigen Stoff des Kleides.

Sie seufzt, wippt auf den Füßen vor und zurück und sieht sich aufmerksam um. Mein Herz krampft sich bei diesem Anblick ungewollt zusammen; langweile ich sie? Ich sollte etwas sagen, doch mir fehlen die Worte, wie immer in solchen Momenten. Wenn sie sich nun abwendet, jemanden zum Tanz auffordert... ich bin sicher mein Herz würde in Milllionen winziger Stücke zerspringen.

Als sie ihren Kopf dreht, fällt mir erst auf wie schlank und weich ihr Hals ist, wie zierlich ihr Nacken und ihre Schultern und Arme. Ihr gegenüber komme ich mir vor wie in hässliches Entlein, groß und unbeholfen, da sie mir kaum bis an die Nasenspitze reicht, selbst mit den Absätzen ihrer Schuhe. Fragend sieht sie mich mit ihren mandelförmigen Augen an, lächelt wieder ihr strahlendes Lächeln, das ich so sehr liebe, mir jedoch häufig hinter ihrer Traurigkeit verwehrt bleibt.

Wäre es mir möglich, würde ich sie vor allem unheil auf ewig beschützen. Doch unsere Treffen sind schon selten genug, deshalb will ich sie so sehr genießen wie es geht und jeden Augenblick in Erinnerung behalten als gäbe es keinen weiteren. Würde ich ihr die Wahrheit sagen, würde sie sich von mir abwenden? Oder vielleicht, nur ganz vielleicht erwidert sie meine Gefühle, sie würde mich schließlich wieder anlächeln und ihre vollen Lippen auf die meinen legen zu einem ersten, alles bedeutenden, zärtlichen Kuss. Doch all das sind noch immer Wunschträume, die auf Ewig in meiner Phantasie stattfinden, jedoch niemals ihren Weg in die Realität finden werden.

Mein Blick folgt dem ihren, der sich wieder auf die Masse tanzender Paare geheftet hat. Vielleicht träumen wir beide in diesem Moment von den selben Dingen und wünschen uns gemeinsam in ihre Situation. Vielleicht stellen wir uns beide vor uns gegenseitig Worte der Liebe ins Ohr zu wispern und zu Tanzen als ob es keinen Morgen gibt...


Diese Geschichte ist für, wegen und über meine beste Freundin entstanden. Die Fortsetzung wird noch folgen.

 

26.2.07 20:40


Partner-Kurzgeschichte

Die Geschichte ist vom 10.11. - 15.11.04 in der Schule entstanden. Hab den Blog letztens beim Aufräumen gefunden. Es ist nicht gerade toll geworden, aber ganz unterhaltsam vielleicht. Die hab ich mit meiner damaligen Banknachbarin geschrieben. Jeder immer ein paar Sätze ohne, dass wir uns vorher Gedanken über die Story-line gemacht hätten (deswegen sind auch teil ein paar Gedankensprünge und unlogische sachen drin.) Ich werde die verschiedenen parts in unterschiedlichen Farben posten, damit man erkennt wer was geschrieben hat. Der erste (grüne) part ist von mir.

 

 

 

Der Regen prasselte auf die Straße. Manchmal war es mehr Schnee als Regen. Sie zog den Kragen ihrer Jacke bis zu den Ohren hoch und fröstelte. Obwohl es erst früher Nachmittag war, waren die Straßen verlassen und dunkel. Sie fühlte sich genauso wie diese Straßen: verlassen und dunkel. Allerdings wusste sie nicht, ob sie noch so einen langen Weg vor sich hatte. Ihr Herz schien noch langsamer zu schlagen als sonst. Mit jeder Schneeflocke auf ihrem Mantel ein Herzschlag. Es war ungewiss, was sein würde, aber sie hatte Hoffnung. Sie war voller Hoffnung. Sie war das einzige, das ihr geblieben war.

Über der Schulter lag der Riemen ihrer ausgebeulten Tasche, in der sich ihre einzigen, übrigen Habseligkeiten befanden. Ihre langen, schwazen Haare waren verkrustet und ungewaschen, sie war dürr, abgemagert nach Woche der Flucht. Ihre Angst vor der Krankheit, die sie heimsuchte ließ nach und wurde von der Angst geschnappt zu werden überschattet. Sie wollte nie wieder in diese Haus. Weiß, ruhig und vollkommen isoliert. Lieber würde sie in der Kälte verhungern.

Ihr Magen verkrampfte sich bei dem Gedanken an das Haus. Das Haus war der Name, den sie dafür benutzte. Sie wollte nicht darüber nachdenken, was es eigentlich war; es löste nur Schmerzen aus.

Aus einer Parkecke kam eine Touristengruppe fotographierend auf sie zu. Sie wurde panisch. Keiner durfte jemals einen Beweis für ihre Existenz in Händen halten!

Es begann zu hageln und sie stellte sich schnell in die nächste Hauseinfahrt. Die Touristen schlugen einen anderen Weg ein und verschwanden im Unwetter. Sie rubbelte sich über die Arme, um wärmer zu werden. Ein schwarfer Schmerz durchzuckte sie und als sie die Ärmel ihres Mantels hochkrempelte, erschrak sie. Die Einstiche der Nadeln schienen nicht verheilen zu wollen und die feinen Schnitwunden an ihren Gelenken waren gerötet und heiß.

Sie brauchte dringend Medizin, aber falls jemand sie erkannte... nein, das war nicht möglich! Die Leute, die sie kreigen wollten, arbeiteten immer alleine. Immer!

Sie begann etwas zu humpeln und betrat mit gesenktem Blick die nächstelegenste Apotheke. Die Glocke klingelte und kündigte den aufgeschreckten Besuch an. Seit sie in diesem Haus gewohn hatte, machten sie Geräusch wie diese nervös. Es bedeutete, das Essen wurde gebracht, die Amme kam. Aber die Person, die sie verwundert anschaute war nicht die Amme. Es war der alte, hämisch grinsende Apotheker. Er war eine kobold-ähnliche Kreatur und schien auch an das Ende des Regenbogens zu glauben. Ihr einzige Trost war, dass der Apotheker nur ein Computer war.

Langsam ging sie näher heran.

“Guten Abend, was kann ich für Sie tun?”, ertönte eine mechanische Stimme und das Gesicht des Mannes verzog sich zu einem aufgesetzen Lächeln.

Mit leiser, zittriger Stimme antwortete sie und er bewegte sich, als würde er schweben in die hinteren Räume um ihren Wunsch zu erfüllen. Durch die Glastür erhaschte sie einen Blick auf das Heiligtum der Einrichtung: Ein etwa 3 Meter großer Metallschrank mit Sicherheitssystem und Roboterindifikation (gemeint war wohl -identifikation). Alles andere lag hinter einer Holztür, wie es sie früher an den Krichen gegeben hatte. Der Computer bewegte sich ruckartig aber auch menschenähnlich.

Auch ihr Exfreund war ein Computer gewesen und sie hatte mit ihm wirklich viel Spaß im Bett gehabt. Aber auch nur das. Daran erinnerte sie sichaver lieber als an ihre erste große Liebe. Viel lieber. Die Liebe war nun einmal die Sache der Alten. Ihre Eltern hatten auch aus Liebe geheiratet. Aber sie kannte sie nicht, hatte sie niemals kennengelernt, wollte es auch nicht.

Der Apotheker kam zurück und legte ihr das gewünschte Medikament auf die Theke. Sie krazte ihr letztes Geld zusammen und bezahlte.

Wo sollte sie nun hin? Ihre Situation schien ihre aussichtslos.

Etwas später leiß sie sich auf einer nahen Bank nieder. Schon nach wenigen Minutane war sie in einen unruhigen Schlaf gefallen. Wieder kamen die Bilder aus dem Haus zurück und sie konnte nichts dagegen tun.

Die Bank fühlte sich genauso an wie das Bett im Haus. Unbequem und metallisch. So war es besser für Infizierte. Angeblich jedenfalls. Dabei wusste niemand genaueres darüber. Seit 6 Monaten war die Krankheit dabei sich zu verbreiten, in den Vereinigten Staaten und Mitteleuropa.

Schweißgebadet wachte sie auf.

Der Moment war da! Der Moment, den sie seit zwei Monaten fürchtete. Sie spürte es an dem Klang ihres Herzens, ganz tief in ihr. Sie war jetzt nicht mehr nur infiziert. Sie war krank und ansteckend. Jeder der ihr auch nur auf zwei Meter nahe kam oder sonst wie mit ihre in Kontakt treten würde, würde auch infiziert. Die Pestologen wussten mit Sicherheit bereits davon und um die restliche Bevölkerung zu schützen konnten sie grausame Maßnahmen ergreifen.

Sie hatte mehr Angst geschnappt zu werden, als vor dem Tod hier in dier Freiheit. Sie wollte ja niemandem schaden, aber... ja, sie wusste selbst auch nicht was sie wollte. Sie musste sich einfach von Menschen fernhalten. Konnte sie das? Zweifel überkamen sie und sie rannte los, auf der Suche nach einem abgelegenen Hügel im Park oder ähnliches.

Sie rannte und zum Glück begegnete ihr niemand, doch bald schon hörte sie laute Rufe hinter sich. Sie hatten sie gefunden und sie wusste: Jetzt gab es kein Entkommen mehr! Trotzdem rannte sie weiter. Sie würden sie nicht ohne Kampf kriegen!

“Julie!” Eine laute Stimme rief ihren Namen und sie zögerte. Seine Stimme war so vertraut und spendete unglaublichen Trost. Aber sie wusste, dass es nur ein Trick war. Ab und zu kam Julie ins Schwanken, sie stolpert, lief aber weiter. Sie war schwach, zu schwach für eine lange Verfolgungsjagd.

Auf einmal blieb sie an einem Ast hängen und lag bevor sie reagieren konnte, flach ausgestreckt auf dem feuchten Gras. Sie spürte einen heißen Schmerz in ihrem rechten Handgelenk, als sie aufschlug und einen scharfen Stich in den Rücken. Alles wurde schwarz und eine fürchterliche Dunkelheit legte sich über sie.

Die Rückkehr in das Haus war besiegelt...


Sie öffnete irgendwie gegen ihren wirklichen Willen die Augen. Zwei grünblaue, smaragdähnliche Augen starrten sie freundlich an. Ein Lächeln im Mundwinkel kam auf sie zu.

Schieße! Sie durfte nicht Atmen!

Panisch sprang sie auf und der junge Mann erschrack und sah für den Bruchteil einer Sekunde aus wie eine glotzende Ente (?)

“Hallo Julie, ich bin Jason. Ich...”

“Stop! Komm keinen Schritt näher! Ich geh nicht wieder in dieses weiße Gefängnis.”

“Welches Gefängnis, bitte? Du hast nur deinen Geldbeutel in der Apotheke vergessen. Deine Karte war da drin. Ähm... Julie ist ein schöner und zurzeit seltender Name...” Er reichte ihr grinsend die Geldbörse.

Ruckartig wurde sie ihm weggenommen. “Ja. Danke!” Jetzt sprach sie schon selbst wie ein Roboter. “Meine Mum war altmodisch.” Sie musst ehier Weg. Der Arme! Nett und infiziert. “Viel Glück!”, rief sie noch schnell und lief davon.

Ihre Hand tat noch immer höllisch weh, war nun aber einbandagiert und als sie die Wohnung verließ, befand sie sich in einem riesigen Apartmentkomplex in der Stadt. Si kannte das, vom hören zumindest.

Mit schnellen Schritten ging sie zum Fahrstuhl und fuhr ins Erdgeschoss. An der Tür hing ein Schild auf dem Stand: “International Medical Company – London” London? Eine Stadt, die in Trümmern lag. Und auf diesen Türmmern war einen neue Stadt erbaut worden. Seitdem die ehemaligen Vereinigten Staaten die Bombenangriffe auf ganz Europa und Asien gestartet hatten, war nichts mehr so gewesen wie zuvor. Julie kannte das alles aus Büchern, im Geschichtsunterricht wurde dieses Kapitel der Menschheit verdrängt.

Sie ging durch die gläserne, in Gold gerahmte Tür. Ein langer Gang führte von Tür zu Tür. Im Magen war ihr flau. Sie entschied sich für die “Tür 3”. Es war ein bis auf ein paar Regal mit Medizinfläschchen leerer Raum. Und sie brauchte Medizin. Egal was!

Gift? Schmerztabletten? “Komm schon!”

Panisch vom Schmerz wühlte sie rum und warf Flasche nach Flasche auf den Boden. Colophol? Häh? Okay, sie musste etwas haben. “Spritze... wo bist du!?” Sie erblickte eine Spritze im unterstens Regal und stürzte sich auf sie. Mit zittrigen Fingern injizierte sie sich die Flüssigkeit.

Entspannt ließ sich sich auf den Parkettboden sinken. Das Blut schien kälter zu werdn. Aber für sie war das “The-day-after-tomorrow-Gefühl” in den Venen toll.

Plötzlich flog die Tür auf. Es war ihre Amme!

“Da ist sie! Schnappt sie euch!”

Julie sprang auf, versuchte das betäubende Gefühl in ihrem Körper zu verdrängen und stieß im Vorbeirennen die Amme zur Seite. Schon als sie wieder auf den Gang hinaustrat, sah sie von rechts die Wachen. Sie waren mit Elektroschockern und Schilden bewaffnet, die von einem elektrischen Feld umgeben waren.

Obwohl sie so gut wie keine Chance hatte, rannte Julie weiter. Ohne zurück zu schauen und schneller als je zuvor. Die Angst trieb sie voran.

Win lauter Knall hinter ihr. Sie hatten zum härtesten Mittel gegriffen! Julies Muskeln verkrampften sich und sie konnte sich nicht länger auf den Beinen halten. Starke Stromstöße durchfuhren ihren Körper und sie lag nur zitternd am Boden.

Betäubt von den starken Schmerzen, bekam sie nur noch nebenbei mit, wie sie sie in einen Raum brachten und auf eine Trage legten. Das letzte, was sie sah, war der Raum der seit einigen Monaten schon ihr Zuhause gewesen war.

Sie war zurück im Haus.


Als sie aufwachte, sah sie den weißen Raum. Weiß. Die Farbe, die sie am meisten fürchtete. Sollte das beruhigen? Eins war klar: Für sie war es jedenfalls das Gegenteil! Es wirkte beängstigend. Weiß war ihr schwarz, ihre Höllenfarbe.

Sie erblickte das offene Fenster. Oh Gott! So unvorsichtig hatt sie diese Sc****er garnicht in Erinnerung, aber okay. Ihr machte es ja nichts aus.

Als sie aber versuchte abzuhaun, merkte sie, dass sie in einer der elektronisch geladenen Zwangsjacken steckte. Sie versuche sie abermals zu befreien, sodass ihr durch die Stormstöße das Blut in den Kopf stieg. Erschöpft gab sie auf und ließ sich zurückfallen.

Leise hörte sie, wie jemand den Türcode eingab. Nein! Keine Spritze, nur keine Spritze!, dachte sie.

Es war wieder dieser Jason.

“Bind mich los! Komm schon, bitte!”, flehte sie mit Tränen in den Augen. “Es tut mir unendlich leid, dass ich dich infiziert hab, aber bitte hilf mir!”

Er trat mir gesenktem Blick näher. Es schien ihr, als würde er sich schämen. “Ich kann nicht. Ich bin... nicht infiziert.”

Sie brauchte einen Moment um zu verarbeiten was er gesagt hatte. “Na... das ist doch toll. Bin mich los!”

Schweigen.

“Moment mal! Wieso bis du dann hier?” Sie hätte es wissen müssen. Erst jetzt beachtete sie den weißen Kittel. “Du Mistkerl!” Sie begann unvorhergesehen zu weinen.

Wie in Trance prang sie auf, wollte an ihm vorbei laufen, aber er hielt sie fest und sie schrie. Er schloss sie in seine Arme, als sie vollends in Tränen ausbrach.

In solchen Situationen hasste Jason seinen Job. Er wollte den Menschen nur helfen, doch dafür waren ab und zu Opfer erforderlich. Seine Hand strich Julie durch die Haare. Er versuchte sie zu beruhigen und ihr ihre Angst zu nehmen und irgendwie verspürte er ein tiefes Gefühl der Zuneigung in ihrer Gegenwart.

Irgendwann versiegten Julies Tränen und sie schluchzte nur noch leise. Jason hob sie hoch und legte sie auf das Bett. Es war ein kaltes Stahlgestell, das am Boden festgeschraubt war. Die weißen Wände waren glatt und kahl.

Julie sah Jason von unten herauf an. Er hatte braune Haare, die ihm verstubbelt um den Kopf hingen. Seine Augen waren blaugrün und blitzen freundlich, als er sie anlächelte. Seine Lippen waren blassrosa und sanft. Seine Haut gebräunt und er trug einen 3-Tage-Bart.

Er griff in die Tasche seines Arzt-Kittels und zog eine kleine Spritze hervor. Er strich mit der anderen Hand an ihrem rechten Arm entlang. “Tut mir leid, Julie. Es ist zu deinem besten!”

Er kam ihr vor wie ihr Vater, als er ihr verbot auszugehen um nicht infiziert zu werden. Vielleicht sollte sie diemal zuhören? Sie ließ die Spritze über sich ergehen und schlief beinahe sofort ein. Sanft fiel sie in das weiche Federbett und träume, sie könne fliegen...


'Dr. Elen'. Als sie aufwachte sah sie einen weißen Kittel mit diesem Schild über sich und spürte ihren Bauch nichtmehr. Der Rest ihres Körpers verlos sich in der eisigen Kälte des Raumes. Das Zimmer war schwarz. Eine Farbe die für sie merkwürdigerweise das Gute bedeutete. Sie fühlte sich wohl.

Schon eine Sekunde später hörte das Gefühl jedoch auf und sie befand sich wieder in der Realität. Es wurde wieder heller. Das grelle Licht schmerzte ihr in den Augen und die angenehme Wärme wich einer eisigen Kälte, die ihren ganzen Körper erfasste.

Als Julie versuchte sich zu bewegen, merkte sie, dass sie wie gelähmt war. Unglaubliche Panik erfasste sie und sie blickte sich so gut es ging um. Sie befand sich in einer Art OP-Raum, wie man sie aus diesen Oldie-Ärzteserien kannte.

Sie blickte nach unten und die Furch war ihr ins Gesicht geschrieben... Ein Schrei hallte durch das ganze Haus. Das Blut erwärmte ihren bleichen, nackten Körper. Ihr Bauch war aufgeschnitten und etwas siblernes blitzte heraus. Sie hatte starke Nerven, aber das war zu viel: sie hatten ihr das “Dolom” inplantiert. Das “Dolom” tötete langsam, von innen heraus alle Organe und sogar die Geschlechtsteile. Nach zwei Jahren würde sie tot sein. Das wusste sie. Ihre Mutter war genauso gestorben! Medikamente konnten es verzögern, aber nicht lange genug. Ihr Bauch war aber noch offen. Zwei Jahre waren die Auslebzeit (ist das überhaupt ein Wort?) für Kranke. Man hielt es für angemessen, damit man mit dem Tod klar kommt.

Nicht mit mir!, dachte sie und versuchte sich irgendwie zu bewegen. Dieses Teil musste raus! Als sie es fast schaffte, bekam sie einen stumpfen schlag auf den Kopf...


Benommen öffnete Julie die Augen. Viel zu schnell kehrte ihre Erinnerung zurück und Tränen traten ihr in die Augen. Am liebsten hätte sie für immer weitergeschlafen. Sie hatte geträumt, von früher, als alles noch “normal” gewesen war. Als sie noch klein war, hatte Julie mit ihren Eltern und ihrer großen Schwester in einer Penthouse-Wohnung in New York gelebt. Ihr Vater arbeitete für den Geheimdienst der Regierung und hatte somit ein beträchtliches Gehalt verdient, erlches ihnen zu einem gehobenen Leben , im wahrsten Sinne des Wortes, verholfen hatte. Es entstand eine schwebende Stadt oberhalb der Dächer von New York City. Julie und Claire, ihre Schwester, waren dort auf eine Privatschule gegangen und führten ein annähernd perfektes Leben.

Wie sehr wünscht Julie sich, dorthin zurück zu kehren!

Wenigstens konnte sie sich wieder bewegen. Ein kleiner Trost, der ihr die Möglichkeit gab alles zu beenden. Noch nie zuvor hatte sie diesen Gedanken gehabt, bis jetzt gab es für alle noch Hoffnung. Hoffnung, die sie jetzt im Stich gelassen hatte. Ein Messer würde jetzt genügen. Ein Messer und dann der Himmel...

Da war es, ein einfaches Brotmesser!

Alles verlief unglaublich schnell. Blut floss aus ihren Adern und ließ sie alle Kräfte verlieren, die sie noch hatte. Das Leben zog an ihr vorbei. Die letzten Sekunden... Gute Nacht!


23.2.07 11:51


Ein sanfter Wind bläst über die Wiese, lässt die Windfahne sich etwas aufstellen. Die warme Frühlingssonne scheint auf den Hang und die Felsen und Wälder ringsum. Vögel zwitschern und Insekten schwirren durch die Luft. Das blau-orangene Segel liegt ausgebreitet hinter dem Piloten der mit einigen geübten Handgriffen die Gurte an den Karabinern befestigt. Mit einem letzten prüfenden Blick auf Gurtzeug, Windfahne und den nahen Luftraum, läuft er los.

Die Leinen straffen sich, das Segel füllt sich und steigt langsam auf.

Ein wohlbekannter Widerstand baut sich auf, der den Piloten langsamer werden lässt, bevor er die Leinen aus der Hand lässt und nach einem Blick in den über ihm schwebenden Schirm, schneller wird. Einige ausgleichende Steuerbewegungen an den Bremsen und mit dem Blick in die Ferne gerichtet, spürt er, wie er immer leichter wird und langsam den Boden unter den Füßen verliert.

Alles um ihn herum verschwindet. Er ist alleine, weit entfernt von allen Sorgen und Problemen des Alltags, als er sich ruhig in das Gurtzeug gleiten lässt, das ihn wie ein bequemer Sessel empfängt.

Den Griff fester um die Bremsen schließend, lehnt er sich zur Seite und spürt wie der Schirm ihm sofort gehorcht. Sanft geht er in die Kurve, unter ihm die weite Startwiese, wo sich schon die nächsten Piloten bereit machen, über ihm nur die endlose Weite des Himmels.

Schon nach wenigen Metern spürt er das leichte Ziehen in der Magengegend, als ein Strom warmer Luft ihn weiter nach oben trägt. Nur unbewusst hört er, wie das schriller werdende Piepsen des Varios sein Gefühl bestätigt.

Die Luft ist noch kühl von der Nacht, aber die Sonne brennt bereits heiß hernieder. Die Aufwinde zu dieser Jahreszeit sind stark, aber auch turbulent. Beste Streckenflugbedingungen, falls man diese Windverhätnisse zu nutzen weiß. Aber gerade verschwendet der Pilot keine weiteren Gedanken an Kilometer und Startplatzüberhöhungen, alles was er will ist frei sein.

Ein Blick nach unten auf das geschäftige Treiben von Touristen und Piloten, lässt ihn lächeln. Wie klein und unwichtig das alles von dort oben aussieht. Und das ist es. Nichts anderes zählt mehr, außer der Gewissheit der Welt für einige Zeit enfliehen zu können.

Das Fahrtwind ist kalt und einmal mehr ist der Pilot froh, Handschuhe und einen Overall zu tragen. Das Piepsen des Varios wird wieder langsamer, die Thermik bricht ab. Er ist bereits einige dutzend Meter über dem Gipfel des Berges und sieht weit über das sich vor ihm erstreckende Alpenland. Kühe, die wie winzige Punkte erscheinen, weiden unten im Tal, auf den Kilometen entfernten Gipfeln der Loferer-Steinberge liegt noch Schnee, wie auf vielen anderen der umliegenden Berge.

Wieder lehnt er sich zur Seite, leitet diesmal eine engere Kurve ein, die ihn steil hinunter auf den Nadelwald unter ihm blicken lässt. Eine weitere Thermik-Blase ist schnell gefunden und mit ihr entschwindet der Pilot weiter in die Lüfte...

2.11.06 22:56


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