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Ein sanfter Wind bläst über die Wiese, lässt die Windfahne sich etwas aufstellen. Die warme Frühlingssonne scheint auf den Hang und die Felsen und Wälder ringsum. Vögel zwitschern und Insekten schwirren durch die Luft. Das blau-orangene Segel liegt ausgebreitet hinter dem Piloten der mit einigen geübten Handgriffen die Gurte an den Karabinern befestigt. Mit einem letzten prüfenden Blick auf Gurtzeug, Windfahne und den nahen Luftraum, läuft er los.

Die Leinen straffen sich, das Segel füllt sich und steigt langsam auf.

Ein wohlbekannter Widerstand baut sich auf, der den Piloten langsamer werden lässt, bevor er die Leinen aus der Hand lässt und nach einem Blick in den über ihm schwebenden Schirm, schneller wird. Einige ausgleichende Steuerbewegungen an den Bremsen und mit dem Blick in die Ferne gerichtet, spürt er, wie er immer leichter wird und langsam den Boden unter den Füßen verliert.

Alles um ihn herum verschwindet. Er ist alleine, weit entfernt von allen Sorgen und Problemen des Alltags, als er sich ruhig in das Gurtzeug gleiten lässt, das ihn wie ein bequemer Sessel empfängt.

Den Griff fester um die Bremsen schließend, lehnt er sich zur Seite und spürt wie der Schirm ihm sofort gehorcht. Sanft geht er in die Kurve, unter ihm die weite Startwiese, wo sich schon die nächsten Piloten bereit machen, über ihm nur die endlose Weite des Himmels.

Schon nach wenigen Metern spürt er das leichte Ziehen in der Magengegend, als ein Strom warmer Luft ihn weiter nach oben trägt. Nur unbewusst hört er, wie das schriller werdende Piepsen des Varios sein Gefühl bestätigt.

Die Luft ist noch kühl von der Nacht, aber die Sonne brennt bereits heiß hernieder. Die Aufwinde zu dieser Jahreszeit sind stark, aber auch turbulent. Beste Streckenflugbedingungen, falls man diese Windverhätnisse zu nutzen weiß. Aber gerade verschwendet der Pilot keine weiteren Gedanken an Kilometer und Startplatzüberhöhungen, alles was er will ist frei sein.

Ein Blick nach unten auf das geschäftige Treiben von Touristen und Piloten, lässt ihn lächeln. Wie klein und unwichtig das alles von dort oben aussieht. Und das ist es. Nichts anderes zählt mehr, außer der Gewissheit der Welt für einige Zeit enfliehen zu können.

Das Fahrtwind ist kalt und einmal mehr ist der Pilot froh, Handschuhe und einen Overall zu tragen. Das Piepsen des Varios wird wieder langsamer, die Thermik bricht ab. Er ist bereits einige dutzend Meter über dem Gipfel des Berges und sieht weit über das sich vor ihm erstreckende Alpenland. Kühe, die wie winzige Punkte erscheinen, weiden unten im Tal, auf den Kilometen entfernten Gipfeln der Loferer-Steinberge liegt noch Schnee, wie auf vielen anderen der umliegenden Berge.

Wieder lehnt er sich zur Seite, leitet diesmal eine engere Kurve ein, die ihn steil hinunter auf den Nadelwald unter ihm blicken lässt. Eine weitere Thermik-Blase ist schnell gefunden und mit ihr entschwindet der Pilot weiter in die Lüfte...

2.11.06 22:56
 


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