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Frage

Frage



Plötzlich fragt sie mich. Die Frage auf die ich lange, doch unbewusst gewartet habe. Nicht wörtlich, doch mit dem selben Sinn. Ich spüre, wie meine Hände beginnen zu zittern und meine Gedanken sich überschlagen, meine Knie weich werden und sich meine Lippen zu einem ungewollten Lächeln verziehen. Die Worte wollen sich nicht auf meiner Zunge formen und die Sekunden scheinen zu Stunden zu werden, als ich so da stehe, unfähig etwas zu sagen oder mich zu bewegen.

Ich denke, wenn ich versuchte mich zu bewegen, würde ich fallen. Und der Boden könnte auf mich zukommen so lange wie Zeit und Raum bestehen und ich würde ihn niemals erreichen. Denn ich bin nicht mehr ich selbst, werde es niemals wieder sein nach diesem Abend, oder zumindest fühlt es sich so an. Erinnerungen an unseren bewegungslosen Tanz so viele Wochen zuvor holen mich wieder ein, wie eine Flutwelle brechen sie über mich herein. Doch sie kommen mir vor wie die Erinnerung an Fremde, denn unsere Beziehung hat sich seitdem verändert.

Wir sind keine bloßen Freunde mehr. Ihr Körper, der mir damals noch wie ein Traum vorgekommen war, ist jetzt in greifbarer Nähe. Wenn ich nur fähig wäre ihrer Frage, und der in ihr enthaltenen Auffoderung nachzukommen, doch immernoch plagen mich die Ängste sie zu verlieren. Durch eine falsche Geste, ein falsches Wort. Zu verletzlich ist unsere Verbindung noch.

Plötzlich weist sie mich zurück. Ihre Worte zerreißen mich innerlich, auch wenn ich es nicht zeigen darf. Ich will nicht, dass sie mich für einen liebeskranken Idioten hält, doch mir ist bewusst, dass ich genau das bin. Tränen formen sich in meinen Augen, die ich nicht mehr versuche zurück zu halten, da ich weiß, dass es unmöglich ist.

Ich greife mit schweißnassen Händen nach den ihren, kann beinahe ihre Haut auf der meinen fühlen, als mir klar wird, dass sie für mich nach wie vor unerreichbar ist. Nichts scheint mehr real, mein Blick trübt sich. Und wieder wünsche ich mir, wie schon so viele Male zuvor, dass unsere Liebe möglich wäre und keiner uns ansehen würde, wenn wir gemeinsam durch die Straßen gingen, Hand in Hand, ein frisch verliebtes Paar.

Doch es wird niemals so sein, obwohl sie mir Hoffnungen macht. Es änderte sich vielleicht eines Tages, dass ihre Gefühle anders wären. Sie sagt, sie genieße meine bloße Anwesenheit und erinnert mich an den Tag, an dem wir stumm nebeneinander lagen, verbunden durch beinahe willkürliche Berührungen, die mir jetzt wie ein Segen vorkommen. Doch ihre Worte klingen hohl, weil ich weiß, dass keine Wahrheit darin liegt. Sie meint, sie habe keine Zeit für eine Beziehung, könne im Moment niemandem etwas geben.

Ich weiß, dass sie Angst hat. Ich sehe es in ihren Augen, jedes Mal wenn wir uns treffen, in ihrem Verhalten, ihren wohl gewählten Gesten.

Alles verliert an Bedeutung in den wenigen Augenblicken, als Worte gewechselt und Blicke ausgetauscht werden, die von Liebe und Sehnsucht sprechen. Irgendwann ist alles fort und ich bin alleine, sehe vor meinen Augen nur noch ihre Gestalt, wie sie auf ewig meinem Leben entschwindet.

Jeden Tag an dem wir uns wiedersehen machen wir uns vor, dass sich nichts verändert hätte. Wir machen weiter wie vorher, treffen uns, tauschen kleine Nachrichten voll liebkosender Worte aus, die jedoch kaum Trost bergen. Wieder und wieder meine ich ihre Frage zu hören und denke daran, was wohl geschehen wäre, hätte ich in jenem Moment anders gehandelt.

28.2.07 19:43
 


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